August 2010 | Hebammen angemessen bezahlen

Unser Leserbrief erschien in der Landeszeitung Lüneburg am
2. August 2010, Seite 12, als Reaktion auf den Artikel „Viele Hebammen geben auf“ (30. Juli 2010):

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Mit Besorgnis und zunehmender Verärge-rung beobachten wir schon seit Längerem die Entwicklungen in der völlig unzureichenden Entlohnung der Hebammenleistungen. Es kann nicht sein, dass aufgrund von steigen-den Versicherungsprämien die Qualität in der hebammengeleisteten Geburtshilfe leidet. Zusätzlich zu dieser Problematik wurde seit dem 1. Juli der Beitrag für die Berufshaftpflicht der Hebammen wieder angehoben und gerät damit in einen finanziellen Bereich, der für viele freiberufliche Hebammen nicht mehr bezahlbar sein wird. Wenn die außerklinische Geburtshilfeentfallen würde, wäre das für viele ange-hende Eltern eine Katastrophe. Es wäre völlig unvorstellbar, wenn wir und alle anderen Eltern in Zukunft nicht mehr die unabhängigen Hebammen als Geburtsbegleitung, Vor- und Nachbereitung in An-spruch nehmen könnten. Dadurch würde zukünftig das Recht der Frauen auf eine freie Wahl des Geburtsortes völlig ausgehebelt. Was nicht passieren darf, ist, dass die Hebammen Ihren Beruf aufgeben müssen! Wir als Gesellschaft, die Kinder haben will, brauchen alle unsere Hebammen, die wir haben, und sie müssen angemessen bezahlt werden. Wir könnten uns ein Lüneburg ohne freie Hebammen gerade auch in der Hausgeburtshilfe, gar nicht mehr vorstellen.

 

Ulla und Marco Sievers, Lüneburg